Im Westen des Iran sind bei Unruhen zehn Mitglieder einer regionalen Militäreinheit getötet worden. Die Zusammenstöße ereigneten sich in der Stadt Kermanschah mit Aufständischen. Laut der Menschenrechtsgruppe Hengaw gehörten die Sicherheitskräfte zur Nabi-Akram-Einheit, die den iranischen Revolutionsgarden untersteht und zur Unterdrückung von Protesten eingesetzt wird. Eine staatliche Bestätigung gab es zunächst nicht.
Am Donnerstagabend fanden die größten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle statt. Der iranische Sicherheitsapparat schaltete das Internet für die Bevölkerung ab. Nach Berichten, dass Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffneten, gab es unbestätigte Meldungen über zahlreiche Tote.
Das iranische Außenministerium warf den USA und Israel eine direkte Einflussnahme auf die seit Tagen wachsende Protestbewegung vor. Außenminister Abbas Araghtschi sagte, die USA und Israel versuchten, die friedlichen Proteste in spaltende und gewalttätige umzuwandeln. US-Präsident hatte zuvor nach Berichten über Todesopfer bei den regierungskritischen Protesten ein US-Eingreifen angedroht, was die iranische Seite als unwahrscheinlich einschätzte.
Die Proteste hatten sich am Zorn über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entzündet und fanden in mindestens 50 Städten statt. Laut der Organisation Iran Human Rights (IHR) wurden in knapp zwei Wochen mindestens 51 Demonstranten getötet, während iranische Behörden und Medien bisher 21 Tote meldeten, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte.