Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat eine für den 22. Januar 2026 in Luckenwalde geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner aufgrund von Druck der Parteispitze abgesagt. Sellner, ehemaliger Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, ist eine umstrittene Figur, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie der brandenburgische AfD-Landeschef René Springer hatten die Beendigung des Termins gefordert.
Trotz der Absage von Kotrés eigener Veranstaltung hat Martin Sellner kurzfristig eine neue Veranstaltung am selben Tag und in Süd-Brandenburg angekündigt, zu der auch Kotré eingeladen wurde. Kotré ermutigte ihre ursprünglich angemeldeten Gäste, stattdessen Sellners Veranstaltung zu besuchen, um sowohl ihn als auch sie persönlich kennenzulernen. Sellner bestätigte die Einladung auf X, gab jedoch an, dass der genaue Ort noch nicht feststehe.
Die ursprüngliche Veranstaltung mit dem Titel "Remigration in Theorie und Praxis" war bereits angekündigt worden, wobei auch Kotrés Ehemann, der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, als Teilnehmer aufgeführt war. Der Begriff "Remigration" erlangte 2024 durch einen Bericht der Rechercheplattform "Correctiv" über ein Treffen rechter Kreise in Potsdam Bekanntheit, bei dem Sellner diesen Begriff verwendet hatte. In diesem Kontext bedeutet "Remigration" in der Regel die Forderung nach der Ausreise vieler Menschen mit ausländischer Herkunft aus Deutschland, potenziell auch unter Zwang.