Nach einem Brandanschlag, der die Stromversorgung im Berliner Südwesten vier Tage lang unterbrach, verstärkt die Berliner Polizei ihre Präsenz zum Schutz von Stromanlagen. Drei Einsatzhundertschaften sind speziell für den "Raumschutz" im betroffenen Gebiet abgestellt, angeblich auf politischen Druck hin, obwohl die Stromversorgung bereits wiederhergestellt ist. Eine weitere Hundertschaft soll nun weitere Anschläge auf kritische Infrastruktur wie Strommasten und Kabelbrücken verhindern, indem sie unbestimmte Zeit lang Objektschutz an neuralgischen Punkten der Stromversorgung betreibt, teilweise auch in Zivil.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert diese Maßnahme und sieht darin die Folge politischer Versäumnisse beim Schutz kritischer Infrastruktur. GdP-Landeschef Stephan Weh betonte, dass die Polizei zwar zur Bewältigung der Auswirkungen des linksextremistischen Anschlags beitrage, aber die Kollegen nun die politische Untätigkeit ausbaden müssten. Er bemängelte, dass die Politik seit Jahren notwendige Maßnahmen versäumt habe und selbst nach einem ähnlichen Anschlag im September 2024 keine Video- oder Sensortechnik an neuralgischen Punkten der Stromversorgung installiert worden sei. Weh bezeichnete den nun von den Polizisten durchgeführten "sinnfreien Raumschutz und Objektschutz an Kabelschächten" als Frechheit und schlug vor, dass private Sicherheitsdienste von den verantwortlichen Firmen eingesetzt werden könnten.