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Parteitag in Hannover: Wer die Grünen in Zukunft sein wollen

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RP Online
30. November 2025 12:15
YoyoFeed Zusammengefasst

Auf ihrem Parteitag in Hannover zeigten die Grünen eine fortgesetzte politische Lust und Debattenfreude. Sie bekräftigten ihren Fokus auf Klimaschutz, betonten jedoch, dass dieser für alle, auch für Geringverdiener, bezahlbar bleiben müsse. Der Parteitag markierte eine Abkehr von der Vergangenheit, wobei Robert Habeck kaum eine Rolle spielte. Parteichefin Franziska Brantner sprach kämpferisch, während Co-Chef Felix Banaszak einen Kurs der Neuerfindung ankündigte.

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                    1. Resim

Die Grünen wollen stärker als Klima- und Umweltpartei wahrgenommen werden, aber gleichzeitig soziale Gerechtigkeit stärker berücksichtigen. Sie wollen dem Vorwurf entgegenwirken, moralisch vorschreiben zu wollen, wie Menschen zu leben haben, und streben an, verstärkt junge Menschen anzusprechen. Die Partei sieht die Notwendigkeit, den Klimaschutz wieder in den Mittelpunkt zu rücken, gerade weil er international an Boden verliert und andere Parteien das Thema nicht mit derselben Intensität verfolgen.

Um den Klimaschutz für alle zugänglich zu machen, schlagen die Grünen ein sozial gestaffeltes Klimageld, die Wiedereinführung des Neun-Euro-Tickets und Strafzahlungen für Öl- und Gaskonzerne vor. Diese Forderungen werden als Möglichkeit für einen Neuanfang mit dem Konzept einer "Ökologie für alle" gesehen, inspiriert von Beispielen aus Großbritannien und Frankreich.

Interne Konflikte wurden in Bezug auf den Nahostkonflikt und die Wehrpflicht beigelegt. Die Parteiführung verhinderte eine voreilige Anerkennung Palästinas als Staat und eine Einstufung des Gaza-Krieges als Völkermord. Beim Thema Wehrpflicht setzte sich der Parteitag für eine verpflichtende Musterung ein, was von der Grünen Jugend kritisiert wurde. Cem Özdemir, der Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden will, erhielt Unterstützung. Allerdings wurde die Parteiführung von einer Debatte über die Kassenfinanzierung homöopathischer Leistungen überrascht, was zu Spott führte.