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Proteste in Iran: Aktivisten melden mehr als 500 Tote

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ZDF Heute
12. Januar 2026 12:37
YoyoFeed Zusammengefasst

Die Proteste im Iran dauern an, und Aktivisten berichten von über 500 Todesopfern, darunter auch Kinder und Sicherheitskräfte. Rund 10.700 Menschen wurden Berichten zufolge festgenommen. Die iranische Regierung hat nach zweiwöchigen landesweiten Protesten Zehntausende von Unterstützern mobilisiert, die auf den Straßen, insbesondere in Teheran, demonstrierten. Das iranische Außenministerium erklärte sich angesichts der anhaltenden Proteste und Drohungen eines militärischen Eingreifens durch die USA als auf einen "Krieg" vorbereitet, betonte aber auch die Bereitschaft zu fairen Verhandlungen.

Kanada bekundete seine Solidarität mit den Demonstranten und forderte das iranische Regime auf, die Unterdrückung zu beenden und die Menschenrechte zu achten. Die EU prüft nach eigenen Angaben "neue, härtere" Sanktionen gegen die iranische Führung aufgrund des gewaltsamen Vorgehens gegen friedliche Demonstranten. Auch die Grünen im Bundestag forderten das Einfrieren iranischer Vermögenswerte in Europa und die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation.

Die Internet- und Telefonverbindungen im Iran wurden fast vier Tage lang unterbrochen, was die Informationsbeschaffung erschwerte. Die Regierung äußerte sich erstmals zu einer möglichen Aufhebung der Internetsperre und hoffte auf eine Lösung angesichts der sich verbessernden Lage. US-Präsident Donald Trump kündigte an, mit Elon Musk über die Wiederherstellung des Internets im Iran sprechen zu wollen und erwog auch "sehr drastische Optionen", möglicherweise militärische Schritte, angesichts der Berichte über Gewalt. Trump behauptete auch, der Iran habe die USA um neue Verhandlungen gebeten.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich schockiert über die Gewalt gegen Demonstranten und appellierte an die iranischen Behörden, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu achten und maximale Zurückhaltung zu üben. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) sprach von einem "Massaker" der Sicherheitskräfte, während die genaue Opferzahl nicht unabhängig überprüft werden konnte. Der Sohn des gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, rief zu einer neuen Phase des Aufstands auf. China rief zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des Irans auf und hoffte auf die Überwindung der Schwierigkeiten und die Wahrung der nationalen Stabilität.

Wie viele Menschen sind bei den Protesten im Iran ums Leben gekommen?
Laut Berichten von Aktivisten sind bislang 544 Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen, darunter auch Kinder und 47 Sicherheitskräfte. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) sprach von mindestens 192 bestätigten Todesfällen, betonte jedoch, dass die tatsächliche Opferzahl weitaus höher liegen könnte.
Welche internationalen Reaktionen gab es auf die Proteste und die Gewalt im Iran?
Die EU erwägt härtere Sanktionen gegen den Iran. Kanada und die USA bekundeten Solidarität mit den Demonstranten und verurteilten die Gewalt. UN-Generalsekretär António Guterres forderte maximale Zurückhaltung der Sicherheitskräfte und das Recht auf freie Meinungsäußerung. China rief zur Nichteinmischung auf.
Was unternimmt die iranische Regierung angesichts der Proteste?
Die iranische Regierung hat Zehntausende von Unterstützern mobilisiert, um auf die landesweiten Proteste zu reagieren. Es gab eine fast viertägige Internetsperre, über deren mögliche Aufhebung nun diskutiert wird. Das Außenministerium erklärte, man sei auf einen 'Krieg' vorbereitet, aber auch zu Verhandlungen bereit.