Der strategische Wert der Arktis ist aufgrund von Sicherheitsinteressen, reichen Rohstoffvorkommen und potenziellen neuen Schifffahrtsrouten stark gestiegen, was zu einem Machtkampf zwischen internationalen Akteuren führt. Die Arktis-Anrainerstaaten haben ausschließliche Wirtschaftszonen, deren Gebietsansprüche sich jedoch überlappen.
Militärische Bedeutung: US-Präsident Trump sieht Grönland als wichtig für die "nationale Sicherheit" und "Verteidigung", obwohl die USA bereits einen Militärstützpunkt dort unterhalten. Russland verfügt über ein deutliches militärisches Übergewicht in der Arktis mit über 40 Eisbrechern im Vergleich zu zwei in den USA und rüstet seit 2007 auf. Dies weckt Befürchtungen, dass Russland oder China Marschflugkörper oder Hyperschallraketen von Schiffen im Nordpolarmeer auf die USA abfeuern könnten, obwohl Experten betonen, dass die USA ihre Streitkräfte vor Ort ausbauen und modernisieren könnten, um sich dagegen zu schützen, ohne Grönland zu benötigen.
Rohstoffe: Durch den Klimawandel, der die Arktis viermal schneller erwärmt als andere Regionen, werden die dort vermuteten großen Öl- und Gasvorkommen sowie wertvolle Rohstoffe wie Seltene Erden, Gold und Kupfer leichter zugänglich. Der Abbau dieser Ressourcen bleibt jedoch trotz des schmelzenden Eises schwierig.
Schifffahrtsrouten: Der Klimawandel macht die Arktis auch für die Schifffahrt interessanter. Die Nordostpassage vor Russland wird bereits von Containerschiffen genutzt, jedoch unter widrigen Bedingungen, die einen regulären Frachtverkehr auf absehbare Zeit unwahrscheinlich machen. Die Nordwestpassage wird primär für den Binnenverkehr genutzt und ist zuletzt sogar schlechter passierbar geworden, da schmelzendes Eis durch verstärkte Winde und Meeresströmungen zu Packeis zusammenballen kann. Ab den 2030er oder 2040er Jahren könnten sich die Bedingungen für die Schifffahrt verbessern, insbesondere für die Transpolare Route, die die Wege von China nach Europa erheblich verkürzen würde. China baut seine Präsenz in der Arktis aus, da es den Arktischen Ozean als Teil seiner "polaren Seidenstraße" betrachtet und als alternative Route, falls die USA die Straße von Malakka blockieren sollten.
Die Arktis hat sich somit vom Rand der Weltkarten ins Zentrum der internationalen Politik verschoben.