Die Europäische Union erwägt offenbar eine Kehrtwende bezüglich des geplanten Ausstiegs aus Verbrennungsmotoren ab 2035. Statt eines vollständigen Verbots sollen neue Pkw ab diesem Datum lediglich eine Reduzierung ihrer CO₂-Emissionen um 90 Prozent aufweisen müssen. Auch für 2040 ist kein vollständiges Emissionsziel mehr vorgesehen. Dieser Kurswechsel wird von Vertretern der EVP-Fraktion, wie Manfred Weber, als Erfolg gewertet, da er das Technologieverbot für Verbrennungsmotoren aufhebe und somit Tausende von Arbeitsplätzen sichere.
Die Entscheidung, die auf Druck der Automobilindustrie und mehrerer Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, getroffen wird, soll angeblich in der kommenden Woche offiziell verkündet werden. Deutschland, vertreten durch Bundeskanzler Friedrich Merz, hat seine Unterstützung für diesen neuen Weg signalisiert, der eine technologische Offenheit anstrebt und wirtschaftliche Härten für die Industrie abfedern soll. Frankreich und Polen gehören ebenfalls zu den Ländern, die sich für Anpassungen und mehr Flexibilität ausgesprochen haben.
Kritiker warnen jedoch, dass diese Entscheidung der deutschen Autoindustrie kurzfristig zwar Erleichterung verschaffe, langfristig aber vor allem chinesischen Herstellern in die Hände spiele, die bereits technologisch führend seien. Es wird befürchtet, dass die Hersteller durch diese Neuausrichtung weiterhin in Verbrennertechnologien investieren, anstatt konsequent auf Elektromobilität zu setzen. Die genauen Ausnahmen und Bedingungen, unter denen Verbrenner nach 2035 noch zugelassen werden könnten – ob für klassische Motoren, Plug-in-Hybride oder Fahrzeuge mit Range-Extendern – sind noch unklar. Die EU-Kommission plant zudem, eine Batteriestrategie sowie Vorschläge zu umweltfreundlicheren Kraftstoffen vorzulegen.