Prinz Harry hat in einem Zivilverfahren gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL), der unter anderem die "Daily Mail" herausgibt, ausgesagt. Er wirft dem Verlag vor, über zwei Jahrzehnte hinweg illegale Methoden zur Beschaffung intimer Details über ihn und seine früheren Beziehungen angewandt zu haben. Harry trat unerwartet früh in den Zeugenstand und beschrieb die ständige Beobachtung durch die Medien als eine "schreckliche Existenz". Er gab an, Angst um das Wohlergehen seiner früheren Freundinnen, wie Cressida Bonas und Chelsy Davy, gehabt zu haben, da diese von der Presse "gejagt" wurden.
Seine Haltung gegenüber der Presse änderte sich demnach, als er Herzogin Meghan kennenlernte. Angesichts "bosartiger und anhaltender Angriffe, Belästigungen und aufdringlicher, teils rassistischer Artikel über Meghan" empfand er es als falsch, nicht dagegen vorzugehen. Harry erklärte, dass er früher aufgrund der Maxime des Königshauses "Niemals beschweren, niemals erklären" nicht juristisch gegen Medien vorgegangen sei. Die mutmaßlichen illegalen Verletzungen seiner Privatsphäre hätten dazu geführt, dass er das Vertrauen zu Freunden verloren habe. Abschließend äußerte Harry unter Tränen, dass sein Leben seit seiner Jugend "zum Abschuss freigegeben" gewesen sei und die Presse das Leben seiner Frau zur Hölle gemacht habe. Die Klägerseite präsentierte 14 Artikel, die auf illegaler Informationsbeschaffung beruhen sollen, wie das Abhören von Telefonen und das Vortäuschen falscher Identitäten (Blagging). Der Verlag weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, die Informationen seien aus Harrys Umfeld weitergegeben worden, was dieser jedoch bestritt. Harry führt seit Jahren einen "Kreuzzug" gegen die Boulevardpresse, da er ihr eine Mitschuld am Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, gibt und befürchtet, dass Meghan ein ähnliches Schicksal ereilen könnte.