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Nicht mehr in der AfD und monatelang nicht im Bundestag: Der Fall Sieghard Knodel

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SWR
vor einem Tag
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Sieghard Knodel, ein ehemaliger AfD-Bundestagsabgeordneter, trat im Mai 2025 aus der Partei aus, kurz nachdem der Verfassungsschutz die AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hatte. Knodel gab an, dass seine Entscheidung nicht auf inhaltlichen Differenzen beruhte, sondern darauf, dass sowohl seine Kunden als auch seine Familie den Kontakt zu einer Person in einer als rechtsextrem eingestuften Partei ablehnten. Er wolle damit sein Familienunternehmen schützen. Nach seinem Austritt war er zeitweise nicht im Bundestag anwesend, da er nach eigenen Angaben unter Burnout litt und sich von AfD-Anhängern bedroht fühlte, weshalb ihm das Landeskriminalamt geraten haben soll, unterzutauchen.

Trotz seiner ambivalenten Haltung zur AfD, die er in Teilen gut fand und eigene Werte wie die Verteidigung der "abendländischen Kultur" betonte, kritisierte er die Polarisierung innerhalb der Partei und bezeichnete den AfD-Kreisverband Reutlingen als "unorganisierten Haufen" mit mangelnder Diskussionskultur. Knodel war monatelang entschuldigt vom Bundestag abwesend, legte aber ein ärztliches Attest wegen Burnouts vor, welches er der Presse nicht zeigen wollte. Er erklärte, dass er für den Bundestag kandidierte, als es ihm noch besser ging und sich niemand aus seinem Wahlkreis zur Verfügung stellen wollte. Nach einer gesundheitlichen Krise habe er versucht, von der Liste zurückzutreten, was laut seiner Aussage von der AfD ignoriert worden sei.

Seit November nimmt Knodel, nun fraktionslos, wieder an Sitzungen teil und stimmt meist mit der CDU ab. Er bezieht weiterhin seine volle "Aufwandsentschädigung" von fast 12.000 Euro monatlich sowie eine steuerfreie Kostenpauschale von über 5.000 Euro, obwohl er kein Wahlkreisbüro unterhält. Er rechtfertigt dies damit, dass er das Geld vier Jahre lang mitnehmen wolle, ähnlich wie andere Abgeordnete nach Parteiaustritten, und dass er seiner Firma zugutehalten wolle, die viele Steuern gezahlt habe. Zudem möchte er verhindern, dass sein Mandat an die AfD zurückfällt.

Warum ist Sieghard Knodel aus der AfD ausgetreten?
Sieghard Knodel trat aus der AfD aus, weil Kunden und Familie den Kontakt zu einer Person in einer als rechtsextrem eingestuften Partei ablehnten, was sein Familienunternehmen gefährdet hätte.
Was waren die Gründe für Knodels monatelange Abwesenheit im Bundestag?
Knodel gab an, unter Burnout gelitten zu haben und nach seinem Austritt aus der AfD auch Bedrohungen von Parteianhängern erfahren zu haben, weshalb ihm geraten wurde unterzutauchen. Er legte ein ärztliches Attest über seinen Burnout beim Bundestag vor.
Wie rechtfertigt Knodel die Annahme seiner Diäten und Kostenpauschale trotz seiner eingeschränkten Tätigkeit als fraktionsloser Abgeordneter?
Knodel argumentiert, dass er die Bezüge vier Jahre lang beziehen möchte, ähnlich wie andere Abgeordnete, die nach einem Parteiwechsel fraktionslos blieben. Er verweist auch auf die Steuerzahlungen seines Unternehmens und möchte verhindern, dass sein Mandat an die AfD zurückfällt.