Am Connewitzer Kreuz in Leipzig versammelten sich am Samstagmittag mehrere hundert Anhänger der israelsolidarischen Linken. Sie reagierten auf einen Aufruf der palästinasolidarischen Gruppe „Handala Leipzig“, die zu einer Demonstration unter dem Motto „Antifa means: Free Palestine“ aufgerufen hatte. Dies führte zu einem Konflikt zwischen zwei Lagern der Linken, dem pro-palästinensischen und dem pro-israelischen. Die Polizei war mit einem Großeinsatz vor Ort, da insgesamt rund 3000 Demonstranten erwartet wurden, darunter auch eine Kundgebung von Rechtsextremen.
Die Anreise vieler Demonstranten gestaltete sich schwierig. Um etwa 13:15 Uhr wurden rund 100 „Antiimperialisten“ von der Polizei eskortiert. Weniger als 100 Demonstranten des palästinasolidarischen Lagers erreichten das Connewitzer Kreuz, wo auch eine Palästina- und eine MLPD-Flagge zu sehen waren. Die Stimmung heizte sich auf, als das israelsolidarische Lager die Antiimperialisten ausbuhte und es zu direkten Konfrontationen hinter Absperrungen kam. Von der antiimperialistischen Seite waren Rufe wie „Nazis-Raus“ und „Intifada bis zum Sieg“ zu hören, während das antideutsche Lager die Musik aufdrehte.
Der sächsische Verfassungsschutz stuft „Handala“ als erwiesen extremistisch ein, da die Gruppe das Existenzrecht Israels leugne und antisemitische Äußerungen tätige. Der Aufruf zur Demonstration fiel zeitlich fast auf den zehnten Jahrestag eines ähnlichen Vorfalls im Jahr 2016, als Rechtsextreme in Connewitz randalierten und erheblichen Sachschaden verursachten. Die Stadt Leipzig erließ im Vorfeld eine Allgemeinverfügung, die unter anderem das Mitführen bestimmter Gegenstände und Vermummungen untersagte, um von einem Aufeinandertreffen politisch gegensätzlicher Lager auszugehen.