Trotz einer amtlichen Unwetterwarnung vor Glättegefahr haben die 2.500 Pflegekräfte der drei Berliner DRK-Krankenhäuser Westend, Mitte und Köpenick am Dienstag und Mittwoch, den 13. und 14. Januar, die Arbeit niedergelegt. Der Streik begann mit der Frühschicht um 6 Uhr und betrifft sowohl die Stationen als auch Rettungsstellen und Operationssäle. Die Geschäftsführung der DRK-Kliniken hat beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung beantragt, da die vorgesehene Notdienstvereinbarung keine ausreichende Patientenversorgung, insbesondere bei Notfällen durch Stürze auf vereisten Straßen, gewährleiste.
Die Gewerkschaft Verdi erklärte jedoch, dass während des Streiks nur geplante Eingriffe betroffen seien und bei dringlichen Notfällen die Beschäftigten zurückkehren würden. Hintergrund des Streiks ist ein Tarifkonflikt bezüglich des DRK-Haustarifvertrags, der Ende 2025 ausläuft. Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent in diesem Jahr und weitere fünf Prozent 2027 sowie eine Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Stunden pro Woche. Die Kliniken hingegen bieten eine Gehaltssteigerung von sechs Prozent über drei Jahre, eine Einmalzahlung von 250 Euro und ebenfalls 38,5 Stunden Arbeitszeit ohne Gehaltskürzung an. Eine Entscheidung über die einstweilige Verfügung wurde für Dienstagvormittag vom Arbeitsgericht Berlin-Mitte erwartet.